Woschanova
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EWIGES WACHSTUM

ich kam sah und ging
ungeniert
der eigenen Ohnmacht
gegenüber
in finsteren Schluchten
der Armut einher
mit einem Echo
von Dividenden und Kursen
in Begleitung
dem Maßstab dieser zeit
tappend dem Dunkel entgegen ...



BAUMGEDANKE

Wurzeln hast du auch in meinem Herzen geschlagen,
farbige Blätter fallen nun zu Boden,
die Schattenspender des Sommers,
Früchte wurden geerntet,
reif und wohlschmeckend,
Blüten mit Duft und Farbe
im Frühjahr betörend genossen,
deine Äste den Himmel grüßen,
als Heimstatt der Vögel,
Luftproduzent und Filter bist du,
nun wollen wir dir ein wenig Ruhe gönnen,
über den Winter.



LUSTVOLL

Genußvolle Tage
der Unschuld
an die Wand malen
und dann
über sie herfallen
mit aller Gier
stürmischer Liebe
ihr die Unschuld
beweisen
das Liebe immer währt
weil sie jeder
in sich trägt
Küsse
die logische Folge sind
Haut
nicht frieren will
Seele
komplex ist
mit allen Trieben
dich annehmen
mitnehmen
lustvoll
deine Tore
weiterer Erkenntnis öffnend
in versinkenden Gedankenströmen
dem kleinen Tode nähernd
und sagen können
das ist
Leben.



Hohe Brücken

Berge höher,
als alles von Menschenhand geschaffene,
trennen uns
und doch -
zugleich sind sie die Brücke,
die uns verbindet.
sind die Pässe noch so steil und steinig,
die Wälder Dunkel voller Grauen,
und die Bäche reissend tobend,
meiner Sehnsucht nach dir
stehen sie nicht im Wege.



Hüllenlos

Deine Gedanken als Hülle,
liebe ich nicht.
Deine Gefühlsweltopera als Hülle,
liebe ich nicht.
Deinen Körper nur als Hülle,
liebe ich auch nicht.
Ich liebe Dich ohne alle Hüllen,
Behälter, Einbände, Etuis, Futterale,
Schoner, Schutzhüllen, Tarnungen, Verhüllungen,
Verpackungen, Verschleierungen, Überzüge,
reichlich ohne Unterlass,
samt Seele, Geist,
und aller Körperlichkeit.



STERNENZAUBER

auf der abschußrampe platziert,
doch die startzeit wird ständig verschoben,
wolkenverhangener himmel,
quälende nächte,
mit den gleichen fragen
bleiben ohne antworten,
weil jede antwort die richtige sein kann.



DER DUFT

Die Blüte des Tages,
das Herz erfreut,
die Süße des Duftes,
betörend und heiß,
die Sicht ins Selbst,
erschreckend,
ich weiß,
das Üben des Selben,
Glück verheißt.



STRAHLEND LEUCHTEND

Resonanzen vermutend
der Versuchung entgegen stemmend
nicht einer Irrung zu erliegen
und in Deine Augen schauend
strahlend leuchtend
aus der Tiefe der Seele



BEIM BLUMENHÄNDLER

Atem gehaucht und
Eisblumen gezüchtet
am Fenster für Dich,
ganz zarte Gebilde,
in reinstem Weiß
die kristalline Struktur,
einzigartig,
zerbrechlich erscheinend,
wie unsere Seelen,
ich wollt sie Dir schicken,
nur der Blumenhändler,
er kannte diese Pflanzengattung nicht!



DER WEG

Ein Weg
mitten durch
beschritten mit Liebe
verbindet
Strahlen des Glücks
durchbrechen
Brenngläser der Liebenden
Feuer entfachend
unauslöschbar
wegweisend



MONDLICHT

Blass der Wiederschein
in den Pfützen der Erinnerungen
das Leben sich spiegelt
zittrig verschwommen
die Bilder wahrgenommen
bewegte Entäuschung



TRAUM

In der Nacht
ein wenig träumen
und öffnen die Tür zu Dir
Deine Küsse empfangen
Dich spüren, auch berühren,
ein Traum
würde ich nicht wissen
daß es erst gestern geschah
in Wirklichkeit.



ZERFLIESSEN

Du rinnst durch meine Finger,
durchflutest meine Seele,
rührst in meinen Gefühlen,
bewegst die Landschaft
des Glücks.


MEERE OHNE WASSER

Die Nächte ohne Dich
sind wie Meere ohne Wasser,
wie Wüsten ohne Sand,
mir dürstet nach Dir,
ich vermisse Dich!



GLATTEIS

Flammen der Sehnsucht lodern in mir,
Löschwasser zu Glatteis gefroren,
Gefühle laufen schlittschuh
und spüren die Kälte nicht.
Das Glück auf schnellen Kufen
die Kurve nimmt,
dem Ziel entgegen,
das „DU“ heißt.



SCHATTENSPRINGER

Schatten vergangenes Licht
uneinholbares Nichts
Du leuchtest nicht
und mutlos bist auch Du
Licht zum verstecken brauchst Du
Schatten du bist mir so lästig
Schattenspringer gib doch auf



SEIFENBLASEN

Das Licht sich bricht,
glänzend funkelnd
in allen Farben
an der zarten Haut
einer Seifenblase,
beinahe lautlos,
der Schwerkraft ausgeliefert,
zerfließt sie und platzt,
wie so mancher Traum



DUFT

Duft, eingeatmet,
geheimnisvoll,
intensiv betörend,
süßlich, zarter Duft,
auf frischen Gräsern
einer hügeligen Wiese,
inmitten der Stadt,
sich präsentiert,
so unvergleichbar
schön komponiert und abgemischt
der Duft Deiner Haut,
die Sinne reizend,
die jetzt noch
riechen, spüren und fühlen.



GastautorInnen bei "wortgetreu"