Talia Seiler
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Willkommen im Leben

Dämmerung
Ich dreh mich im Kreis
Um den Blicken zu entgehen
Die gleißend an mir
Vorüberziehen
Ertappe mich beim Suchen
Des Augenpaares,
welches mich nicht wahrnimmt

Willkommen im Leben
Ein Tanz der Gedanken
Offenbarung des Seins
Im Nebel dahin schleichend
Von der Sonne geblendet




Übergang - nicht Mensch

Es löst sich eine zartes, vertrocknetes,
Nicht mehr lebendig duftendes
Rosenblatt
Fällt sanft schwebend zu Boden
Unbemerkt
Der Schönheit die es in sich birgt

Er pflückt für sie eine zarte, blühende
Sehr lieblich riechende, zauberhafte
Rosenknospe
Anmutig
Die Schönheit die sie in sich birgt

Wir gehen an einen saftig
Mit Blüten überströmten
Rosenstrauch
Strotzend
Die Schönheit - vorüber




Tränen

Tränen die fließen,
wegen allem Elend dieser Welt
wegen der Unfähigkeit geliebt zu werden
wegen der Hilflosigkeit handeln zu können
wegen,
ja allein wegen der Ohnmacht
sein Ego verletzt zu sehen
seiner eigenen Beschränktheit
über den Dingen stehen zu können,
wenn es einen selbst betrifft.

Hilflosigkeit helfen zu wollen,
wo keine Hilfe angenommen wird
wo kein Sagen gehört wird
wo keine Liebe erwidert wird.

In Ohnmacht den Dingen
gegenüberstehen
leicht sein, schwer fühlen
schwerelos fühlen
fliegen/fliehen wollen
und nicht können.

Tränen vergossen und doch nicht geholfen,
verzweifeln am Ich
verzweifeln am wir

... und doch den Regenbogen wissend!




Flitterwochen - Was sind Flitterwochen?

Wochen in denen der "Flitter"
die Augen trübt?
Wochen oder Tage,
wo das Paar taumelnd
vor Wahnsinn
den "Flitter"
nur sieht?

oder

ist es der Glanz in den Augen
das Träumen von Morgen
das Wissen vom Jetzt

Jetzt, gestern - heute - morgen
für IMMER




Leben

Fragen die nie gestellt werden,
Antworten die keiner hören will,
Ohren die taub sind,
Münder die Schweigen,
Menschen die existieren

statt zu leben.

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Was ist Leben?
Wer maßt es sich an zu wissen was Leben ist?

Leben heißt
Lieben
Achten
und
Vertrauen
und
dem Leben vertrauen
kann jede Pflanze
kann jedes Tier,
nein doch nicht mehr,
denn Leben lebend und vernichtend:

Mensch

keine Pflanze, kein Tier
und
anmaßender als alles Seiende was wir kennen.




Anfang ohne Ende
Ende ohne Anfang


Fühlst Du nicht,
dass ich schon lange nicht mehr bin,
wieder da sein werde
und
immer da war
von Anbeginn zu Anbeginn.

Ich bin nicht
der Anfang
und
werde nicht das Ende
sein.

Du siehst mich nicht?
kannst mich nur fühlen,
Du fühlst mich nicht?
kannst mich nur erträumen,
ich bin kein Traum!
aber
Ich bin
von Anbeginn zu Anbeginn.




Kein Abendwind

Dunkelheit
Stille
Nacht

atmet noch wer?
träumt noch wer?
lebt noch wer?

Alles schon
gehört
gefühlt
gesehen?

Richtungslos in dem Meer aus Finsternis,
nicht ertrinken können,
glaube ich
schwimmen können
glaube ich
ein Licht sehen
glaube ich

Nur wann wird der Glaube
das Licht des Tages sehen?




Zeichen der Liebe - nicht gesehen

überhört die goldenen Glocken
übersehen die Strahlen des Lichts

gefühlt das Vermisste
keine Aufmerksamkeit dem Sein

Blindheit getäuscht durch Taubheit
Taubheit vereitelt Gefühl

Wollen behindert durch Wünschen
Vermissen stärker als Sein

Loslassen verbindet
welch Zeichen der Liebe - gesehen




geschockt

geschockt vom dem wahnsinn auf der welt
schaue ich mit vernebelnden blick
in die weite

geschockt von dem wahnsinn vor der tür
schaue ich durch die brillengläser
auf das naheliegende

geschockt von dem leben in dieser welt
schaue ich nach innen
auf das eigene sein

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bilder des schreckens

bilder des schreckens von einstürzenden bauten
bilder des schreckens von fliegenden zivilen *bomben

hören was passiert ist
hören was passiert sein soll
hören was geplant werden soll

gewalt mit gewalt zu beantworten
heißt sich selbst den krieg erklären

schrecken, erschrecken
liebe säen
kein auge für das auge des anderen




Das Gedicht

geschrieben mit bemühter Hand
der Dichter war wohl unbekannt
gedeutet mit dem Wunsch zum Ziel
Bemühen war hier emsig viel

kommen sie näher
kommen sie ran
es winkt Gewinn
wenn wohl erkannt

ein Schritt nur näher
ein kleiner Weg
die Brüstung gesehen
doch fast verfehlt

Gefallen das Genie
das Wissen wusste
gefeiert der Dichter
der eilig musste ;-)




raum- zeit- und flügellos
sich verirren
in einem "etwas" was keinen namen zu haben scheint

nach halt suchen
an nicht vorbeischwebenden unwichtigen dingen

den blick in die unendlichkeit des nichts werfen
immernoch hoffen mensch zu sein
*
vergessen das leiden
vergessen das sein

raum- zeit- und flügellos
treiben

allein ins nichts
welches nun keinen namen mehr braucht




Geh,

es ist besser,
es ist an der Zeit

die Blumen sind verwelkt

die Sonne lässt liebende wärmende Strahlen auf uns nieder
doch wir fühlen nur Kälte und Einsamkeit

allein zu zweit
im nicht-Glück vereint

die Blumen sind verwelkt

es waren keine Strohblumen, wie es kein Strohfeuer der Liebe war
es sind auch keine Eisblumen geworden.




Ich begebe mich in die Hände meiner Angst

ich stehe dem Gegenüber
vor dem ich mich am meisten fürchte

was es ist
weiß ich nicht
denn sonst würde nicht der Schweiß
über mein kalten Handflächen laufen

Angst ist Unwissen vor dem
was kommt,
was ist,
dem Unbekannten

ich begebe mich in die Hände meiner Angst
und
werde nicht vergehen




es ist, wie es ist, wie es ist

und wie es ist, ist es nicht gut
und wie es gut sein könnte
ist es nicht
und wie es gut sein könnte
ist ein Traum/Wunsch
ist es
und wie es ist, ist es vielleicht doch gut
ist es kein Traum/kein Wunsch
es ist
lernen zu leben
es ist, wie es ist, wie es ist




Liebe
Macht Liebe, Glücklichsein leichter, heller?

Liebe/Glück = hell leicht
Trauer/Leiden = dunkel schwer

hellschimmernde fliegende Elefanten
oder
elfenzarte stampfende dunkle Schmetterlinge

Welches Sinnbild wählst du für die Liebe?




unbeachtet

klein unscheinend und unbeachtet
fristest du dein da-sein
lebst im schatten der anderen

du wächst
langsam aber stetig
du gewinnst an kraft
und
wirst es den anderen zeigen

zeigen was du kannst,
was in dir steckt,
zu welcher grausamen größe
du heranreifen kannst

nun ist es soweit
deine zeit scheint gekommen
du wirst erkannt
denn
du hast dich vermehrt
....
beachtet
...
man fürchtet dich!
du lehrst sie das fürchten
und
bekommst deine längst verdiente
beachtung

metastasen!
krebs!




Hi Uli,

lange nichts mehr gehört von dir.

Du fragst mich wie Leben ist?
schwer sag ich dir
schwer

Deine Entscheidung,
ob sie die richtige war?

Ich glaube nein,
aber du hattest viel Mut,
zuviel Mut!

Dein sommersprossiges fröhliches Gesicht ist mir in Erinnerung,
dein Lachen,
deine Fragen.

Niemals hätte ich geglaubt, dass wir versagen werden.
Ich mit meinen Hilfeangeboten,
du mit deinem Lebensmut.

Gib dir nicht die Schuld,
wir haben alle versagt.

Nein nicht alle,
die Kellertreppe hielt deinem Strick stand
.....

Im stillen Gedenken an Ulrike Bäßler, die kein Twenty werden sollte.




Feder

einer Feder gleich
schwebe ich
über die taunasse Wiese

mein Atem hebt sich
im Morgennebel
vom schwebenden Grau ab

ich gleite sanft und friedlich
....

und zertrete
mit meinem ersten Schritt
eine Ameise!




Das Märchen der Liebe

Flügel die sich breiten
Schwingen die verleiten

Wünsche die ungesagt in Erfüllung gehen
Träume die nie geträumt wahr werden

Wissen über den anderen,
welches nie die Lippen verlassen hat

Ewigkeit im Augenblick spüren

Liebe,

welch schönstes Märchen der Welt




der tänzer

ich tanze in der dunklen nacht
zum licht des mondes

ich tanze auf dem schaum der welle
zum licht des mondes

ich tanze und tanze und tanze
und der mond verliert seine kraft
ich tanze
und
verwische/verschwinde
im neumond




Clown

Oh welch Freude,
ein Clown zum Geburtstag
deinen Charme,
deinen Witz,
deinen Humor!

nimm deine Maske
vom Gesicht
mit dir will ich leben

und
er nahm seine Maske weg
und
ich sah Tränen
und
bitteres Leid




Glücklich sein

ich wäre glücklich
wenn du mir
die Zärtlichkeit geben willst
die ich mir wünsche
und nicht
weil du sie mir gibst
weil ich sie mir wünsche




Jahrmarkt des Lebens

ich trat ungewollt die Reise an
und ahnte nicht, dass das Karussell
mich aus dem Kreiseln warf

ich trat die Reise an
und
Achterbahnen schienen die einzige Attraktion

Schleifen, Loopings
als mir schlecht wurde
ließ ich mich mit bunten Luftballons ködern
...
ich verlor sie aus der Hand
sah sie bunt, dank Helium fliegen

ich trat die Reise an
und
stand ganz allein
auf dem Terrain des Lebens
welches einem Jahrmarkt gleicht




Sternenklare Nacht

sternenklare Nacht
und ich lieg neben dir und frier
zum Himmel sehen
durch das geöffnete Fenster
dem Glanz erliegen

Sterne
meine Sehnsucht
mein Verlangen,
doch längst verglüht in ihrer Schönheit
nackend nach draußen drängen
sich unterm das Zelt des Himmels begeben
die Kühle spüren
und
das Verlangen
die Sehnsucht

stehend
in Wonne schwelgen
und

erfrieren ...




Ich hab geträumt

ich hab geträumt
die Sterne fallen vom Himmel
es ist Sommer
und ich kann sie
mit meinem unsichtbaren Kleid auffangen

ich habe geträumt
die Sonne wirft tausend Strahlen
in meinem Schoß
und ich brauch nur da sein
um sie entgegen zu nehmen

ich lief unter den freien Himmel
war einfach nur da um entgegen zu nehmen
was mir mein Traum verhieß

es war Winter
und
und meine Träume erfroren
im (All)Tag




Tod

du musstest gehen
klein wie du warst
hilflos
ausgeliefert
mir und der Krankheit
die dich ansprang
wie ein lieb gewonnenes Kuscheltier

Dein Tod lehrte mich Leben
Verstehen
Dein Tod brachte mich mir ein Stückchen näher

Du gabst mir bei aller Trauer
die Kraft
nicht unter zu gehen

Dein Tod hat mich Leben gelernt.

Danke dir!

In Liebe und im stillen Gedenken an Charlotte, Ann-Sophie
die nur 1 Jahr und 3 Monate bei mir sein durfte





sommer

der sommer ist vergangen,
der herbst war kurz da
den winter erwartend
und
hoffen auf den frühling

ging der sommer
kam der herbst
erwarten wir den winter
hoffen wir auch den frühling

welchen unterschied
macht kommen, gehen, erwarten und hoffen
wenn doch alles
im kreislauf der wiedergeburt ist?




gedanken, worte, gefühle

alle gefühle - gefühlt
alle worte - gesagt
alle gedanken - gedacht

alles vorhanden

nur neu zusammengesetzt,
durch unseren bauch/unseren kopf ;-)
unser denken
was wir unter denken verstehen

verstehen ....
verstehen ....
verstehen ...

ein HALL im nichts!




liebe.

sage mir was liebe ist
und
du sagst dir
was leben ist!

und wenn du alles siehst,
siehst du nichts
und wenn du alles verstehst
verstehst du nichts

und wenn du
die liebe verstehst

sag mir, verstehst du was liebe ist?




Der Narr

Da sitz ich nun
als Torī des Lebens
und denke
über meine Taten nach.

fühl mich so hilflos
fühl mich so schlapp

fühl mich als Kind
klein, zart und zerbrechlich
fühl mich aber auch als
stark, kraftvoll und gesund

tatenlos am eigenen Leben teilhabend
handelnd am eigenen Leben vorbei




Licht ohne Schatten
Schatten ohne Licht


Wäre ich ein Licht ohne Schatten,
würdet ihr mich nicht mehr sehen
nur noch fühlen

Wäre ich ein Schatten ohne Licht
würdet ihr mich nicht mehr sehen
nur noch fühlen

So bin ich aber ein Licht mit Schatten
und muss noch wandern in der Welt

So bin ich aber ein Schatten mit Licht
und muss noch wandern in der Welt




GastautorInnen bei "wortgetreu"