2. Tag - 15. August, 8.45 Uhr

Hier im "Bauch" der Fähre sitze ich wieder im Bus nach einer 3/4stündigen Überfahrt von Oban nach Mull (Insel Iona). Die frische Luft auf Deck war eine Wohltat. Endlich hatte ich Zeit, einige Fotos zu machen. Das Wetter ist ok - trocken - vereinzelt blinzelt die Sonne durch die Wolken und ließ das Wasser golden leuchten. Die Landschaft ist wunderbar. Nebel teilweise auf den niedrigen Bergen; das ist Schottland, wie ich es mir vorgestellt habe. Die erste Nacht war alles andere als erholsam, kurz obendrein und "verschnarcht". Von seinen Kabinennachbarn kann man wirklich alles hören ...! Eng war es in meiner Schlafkabine, in der man wirklich nur liegen kann, aufrecht sitzen ist nicht möglich! Erinnert mich an Ölsardinen in Büchsen ... Muß eben noch ein bißchen üben, habe ja schließlich noch 13 Nächte dafür Zeit. Fürs erste gibts wohl einige blaue Flecke, die man sich beim Klettern zur und aus der Kabine holt.
Um 5.00 Uhr ging der Wecker, danach raus in die Morgenfrische. Um 6.00 Uhr unter freiem Himmel frühstücken, einfach aber ok. Um 7.00 Uhr sind wir losgefahren. Das wird jetzt immer so sein. Rotel-Reisen bedeutet nun nicht unbedingt Erholung ...

15.00 Uhr
Gerade die Fähre nach Oban bestiegen. Es ist bedeckt, ein sanfter weicher Wind läßt die britische Fahne wehen; kalt ist es nicht. Eben habe ich schottische Plätzchen gekauft. Hier im Freien schmecken sie noch viel besser als zu Hause - schließlich ist man mitten drin in Schottland. Viel gesehen heute: alleine die Fahrt vom Hafen durch den Süden der Insel Mull war beeindruckend. Nach dem Übersetzen auf die Insel Iona spazierten wir zur Ruine des Augustinerinnen Klosters aus dem 12. Jahrhundert. Daneben gleich die Kathedrale und die frühere Benedektiner-Abtei (ebenfalls 12. Jahrhundert). Habe mich irgendwann abgesetzt, um Fotos zu machen. Das hat mir gut getan - alleine mich frei bewegen zu können! Habe dabei auf dem naheliegenden Friedhof einige schöne keltische Kreuze mit wunderschönen Motiven entdeckt.
Die Luft tut unwahrscheinlich gut. Man kann hier richtig tief durchatmen. Viele viele wunderschöne Eindrücke müssen erst einmal verdaut werden. Zu viele - etwas weniger wären von Vorteil. Irgendwie ist alles noch wie ein Traum, aber es ist Realität! Hier bin ich mittendrin in Schottland und kann das wahrnehmen, was ich vorher nur erahnen konnte. Ich sehe Schottland, rieche, schmecke, spüre, höre ... Überrascht bin ich vom Wetter. Bisher hat es noch keinen einzigen Tropfen geregnet. Ich fühle mich hier wohl, es geht mir gut, auch wenn alle anderen Umstände "rotelmäßig" anstrengend sind.
Achja, das Grün. Obwohl man hier nicht von einem Grün sprechen kann. So viele verschiedene Grüntöne konnte ich wahrnehmen: dunkles, sattes, helles, von der Sonne beleuchtetes, von dunklen Wolken schattiertes ... Es ist einfach wunderbar.
Sabine B. stellt "wortgetreu" vor ... / 3. Tag der Reise