Sascha E. Gaul
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HERBSTGEDANKEN

Einsam, verlassen, still.
Wind um Wind,
des Tages kurz.
Blätter fallen -
wunderbarer Herbst.

Wolkig, öde, kalt.
bunt um bunt,
des Tages eisig.
Regen fällt -
wunderbarer Herbst.

Geborgenheit, Wärme, Lebensfreude.
Sonne um Sonne,
des Tages warm.
Sonnenstrahlen nah -
wunderbarer Herbst.

Freiheit, Freude, Spaß.
Feier um Feier,
des Tages lang.
Ferien kommen -
wunderbarer Herbst.

1991


OHNE DICH

Gedanken, Bilder, Stimmen.
Verwirrt, irritiert.
Höre sie in mir klingen.
Finde zu nichts,
wenn Du nicht bist.

Leere, öde, einsam.
Vergleiche und suche.
Schreie Deinen Namen.
Vollkommen weg,
wenn Du nicht reagierst.

Briefe, Worte, Blicke.
Bedeuten nichts.
Könnte ich Dir sagen, was ich fühle -
Angst auf danach,
wenn Du nicht sprichst.

Ich lebe, ich brauche, ich liebe.
Komme nicht von Dir weg.
Obwohl Du in weiten Fernen,
bist fortwährend -
doch was sage ich,
schrecklich.

1992


VERLORENE STUNDEN

Wirre Gedanken blitzen auf.
Die Ruhe gebrochen.
Ein Schrei in der Stille.
Und doch immer wieder,
verirrt sich die beruhigende Stimmung.
Doch leider -
so selten.

Neue Gedanken erscheinen,
bringen einen kurzen Bann.
Eine summende Ruhe,
so schön zu genießen.
Geschaffen zu vergessen.
Doch leider -
so selten.

1992


TRAUMA DER LEIDENSCHAFT

Durch Öden einsam,
von Dir fasziniert.
Würde ich gehen,
durch Dich irritiert.

Durch uns beide allein,
noch nie so gefühlt.
Bin ich gezeichnet,
durch Dich so zerwühlt.

Wir gehen entgegen,
dem Sonnenuntergang.
Auf einsamen Inseln,
welch` magischer Klang.

Im tiefsten Rot,
fühle ich für Dich.
Du, die bunte Wiese,
scheinst unvergeßlich.

Durch Deine Zärtlichkeit,
raubst mir die Sinne.
In all` Deinem Dasein,
erklingt Deine Stimme.

Nur um eines zu sagen,
vergesse ich mich.
Es sind nur drei Worte:
Ich liebe Dich.

1993 für Christina I.


WIEDER UND WIEDER

Ich wollte,
ich könnte nicht schreiben.
Doch wer sie erfahren,
wird gestört in seinem Leben.
Die Gedanken vermehren,
je länger es dauert.
Am Anfang noch wenig.
Und auf unaufhaltsamen Weg,
türmen sie sich auf.
Wie gestutzte Bäume
mit vielen Zweigen,
die wieder ausschlagen
und dann schneller wachsen als zuvor,
um sich dichter zu erheben.

So schreibe ich,
wieder und wieder.
Für eine Traum ohnegleichen,
der mich so betäubt
in eine Rausch geschickt.
Der so süß und unvergeßlich
mein Leben völlig veränderte.
Doch bleibt Angst.
Denn ich weiß nicht wie es ist
ohne diese Droge.
Und deshalb
Beschwöre ich alles, alles.
Alles,
es nie zu erfahren.

1993


SPANISCHER MORGEN

Glänzende Wolken
am weiten Horizont,
brennen mir entgegen,
unerklärlich schön.

Der Tag erwacht zum Leben,
die Luft so klar und rein.
Den Dienst für Zeit des Lebens,
die Wellen immerfort.

Das klingen ihrer Strandung,
einmalig, sonderbar.
Wie gebannt hört man sie klingen,
nach einer Weile nicht mehr da.

Die Vögel werden munter,
ein paar Menschen hier und dort.
Die ersten Strahlen scheinen,
erleuchten alles hell.

Der rote Ball aus Feuer
Erscheint zum greifen nah.
Er beschließt mit seiner Kraft
Den Tod der schwarzen Nacht.

Er schiebt sich immer höher,
empor in weite Höh`.
Welch wunderbares Schauspiel
Mein Auge dort erblickt.

Jeden Tag aufs neue,
bei Gott so lange schon.
Und fasziniert schon wieder
Uns Menschen jung und alt.

Deine Strahlen werden stärker,
die Luft erwärmt sich rasch.
Tag für Tag dasselbe
und schöner als zuvor.

So komme Morgen wieder,
du Ball der Zauberkraft.
Und bring` mit dem erheben,
das Leben Tag für Tag.

Dann bis morgen liebe Sonne.
Ich freu` mich heute schon,
dein Antlitz zu erblicken,
nach der dunklen kalten Nacht.

Mallorca, 01.06.1993


ICH SUCHE DEN TAG

Ich suche den Tag,
den Tag an dem alles vergessen ist.
Es dauert seine Zeit.

Ich suche den Tag,
den Tag an dem alle Träume zerplatzen.
Doch ich brauche Zeit.

Ich suche den Tag,
den Tag an dem ich wieder sehen kann.
Die Zeit tut ihres.

Ich suche den Tag,
den Tag
an dem ich nicht mehr alleine bin.
Die Zeit hilft mir dabei.

Ich suche den Tag,
den Tag
an dem ich mit Freude zurückdenke.
Wie lange mag es wohl dauern?

Ich suche den Tag,
den Tag
an dem die Zeit ihre Arbeit getan hat.
Doch ich warte gerne.
Denn danach,
danach ist es um so schöner.

1993

ES IST ALLES EGAL

Langsam taut es auf,
langsam, ganz langsam
nimmt es seinen Lauf.

Es ist noch nichts vergessen.
Dies soll es auch nicht.
Ich, der einst von dir besessen.

Die Erinnerung soll bleiben,
im Guten und Besten,
sollten wir scheiden.

Du kannst nicht ahnen
was ich meine.
Ich ziehe meine Bahnen.

Wenn ich wieder lebe
und dich sehe,
war es das, nach was ich strebte.

Langsam taut es auf,
langsam, ganz langsam
nimmt es seinen Lauf.

1993


ES IST DUNKEL GEWORDEN

Es ist dunkel geworden,
Tränen bilden einen reißenden Fluß.
Es ist, als sei jemand gestorben.
Völlig am Ende,
fertig,
Schluß.

1993, danke Christina I.


WARTEN AUF EIN WUNDER

Wenn der Frühling einzieht,
einzieht in meine Zeilen
ist es vollbracht.

Jetzt scheint alles vorbei.
Doch ich zähle auf Morgen.
Auf die Gnade des Morgens.

Sie wird mich erreichen
Und ein neues Leben schenken.
Wie die Auferstehung
des Sohnes Gottes.

Es scheint dann wie ein Wunder.
Denn zur Zeit
kann nur es mich bergen.

1993


HILFE

Die Sonne ist lange aus,
kalt legt sie sich über mich.
Doch noch heute will ich da raus,
raus aus den Gedanken an Dich.
Es zerfrißt mich von innen.
Ich schien gerettet,
doch ich bin noch drinnen.
Bin wie angekettet.

Es muß einen Weg geben,
ein neues Leben zu finden.
Dies muß ich erstreben,
trotz` all` dieser Gedanken.

Ich will nicht mehr weinen,
ich will nicht mehr leiden.
Doch wer,
wer hilft mir dabei?

1993


TRAURIG ABER WAHR

Gestraft irren wir durchs Leben,
deprimiert siecht man dahin.
Es scheint als müßte man nur geben,
wo bleibt denn da der Sinn?

Wo sind die königlichen Tage,
in denen das Jammern schien so fern?
Wo sind die fröhlichen Gelage,
an die wir denken doch so gern?

Es bleibt uns der Gedanke,
an die Zukunft, wir hoffen bald.
In der wir kommen über diese Schranke,
und es nicht mehr ist so kalt.

So wollen wir halt noch warten,
auf die Zeit im schönen Land.
Und laßt uns von neuem starten,
mit dem Leben Hand in Hand.

Januar, 1994


ZEIT

Der Regen tropft hernieder,
immer wieder.
Was folgt ist irgendwann,
die Sonne und ihr Bann.

Doch dies braucht Zeit,
um zu bringen Geborgenheit.
Die Zeit ist der Meister,
um zu vertreiben alte Geister.

So viele Stunden,
die Zeit heilt alle Wunden.
Laßt sie arbeiten,
sie wird alle geleiten.

Die Sonne drückt auf die Länder,
wärmer und wärmer.
Doch es kommt schon bald der Regen,
und mit ihm wird es kalt.

So gebt der Zeit eine Chance.
Denn gute und schlechte Zeiten
kommen und gehen.
Gebt ihr diese Chance,
sie hat es verdient.

Januar, 1994


LOCH LOMOND

Sahst du den Mond?
Ich habe ihn nicht gesehen.
Wo war ich, als der Mond noch schien?
Du durftest ihn sehen.
Heute hasse ich mich dafür,
dich nie gesehen zu haben,
im schier endlos glitzerndem
Mondenschein.
So war es doch.
Weißt du noch?
Damals.
Am Loch Lomond.

Januar, 1995, thanx to Judith & Scotland


DIÄT
Ich bin nicht wie andere.
Das liegt wohl an meiner Ernährung.
Ich ernähre mich falsch.
Ich esse zu viel,
zu viel von ihnen.
Zu verlockend duften sie,
zu verführerisch ist ihr Anblick.
Sie sind der Grund,
daß es sie überhaupt gibt.
Warum also fasten?
Also esse ich weiter,
weiter viel von ihnen.

Sie geben mir viel zu essen.
So viel ich will,
und ich will viel!
Ständig nimmt man zu,
man wird fett!
Und man kommt nicht mehr davon los:
Droge, süchtig - abhängig.
Weil man zu viel aß.
Zu viel von ihnen.

Was folgt ist der Entzug.
Schlimmer kann der Tod auch nicht sein.
Man kommt in Versuchung,
anderes zu essen.
Doch meine Zunge,
die will ich nicht probieren.
Alles nur wegen des Hungers,
dieser große Appetit:
und sie gaben mir zu essen.

So erklärt man die Zeit
zum besten Freund.
Das unnütze Ding am Handgelenk?
Das brauche ich längst nicht mehr!
In solchen Dimensionen,
rechne ich nicht mehr.
Dafür aß ich immer zu viel,
Mengen von ihnen.

So helfen mir Monate und Jahre.
Mit ihnen nehme ich ab.
Mal schnell, mal langsam.
Rückfälle erinnern mich daran,
zu viel gegessen zu haben.
Zu viel von ihnen.

Doch ich esse wahrscheinlich zu gerne,
um mich zu ändern.
So frage ich meine Freunde:
Wann nehme ich wieder zu?
Wieder zu, weil sie mich füttern?
Um mich aufs neue falsch zu ernähren!

Februar, 1995, thanx to all my exs!


GLÜCKLICH, TRAURIG ZU SEIN

Bin glücklich, traurig zu sein,
denn Du fehlst mir.
Bin glücklich, traurig zu sein,
denn es gefällt mir.

Bin glücklich, traurig zu sein,
denn es ist so gekommen.
Bin glücklich, traurig zu sein,
denn wenn nicht, wär`ich beklommen.

Bin glücklich, traurig zu sein,
denn es ist die Liebe.
Bin glücklich, traurig zu sein,
denn es ist die eine Liebe.

Bin glücklich, traurig zu sein.
Bin glücklich -
Bin glücklich -
Bin glücklich, traurig zu sein.

September, 1998 für Anke S.


HÖHEPUNKT

Wo soll man beginnen?
Wo fängt es an?
Wo sitzt der Stachel?
Wo ist man dran?

Wie soll man es verewigen?
Wie stellt man es an?
Wie man es verfassen?
Wie wirkt es dann?

Was soll es werden?
Was hat es an?
Was wird es bedeuten?
Was für ein Klang?

Angefangen hat es schnell,
es sitzt in einem drin.
Man weiß sofort warum,
etwas nachdenklich ich bin.

So faßt man es in Worte,
sie fallen Schlag auf Schlag.
Man wird es wohl verstehen,
als Gedanken Tag für Tag.

Ein Beweis für meine Sehnsucht,
geschmückt, doch nur Gefühl.
Ein paar Zeilen nur für Dich,
eine Melodie, die niemals kühl.

September, 1998 für Anke S.


PERMANENT

So stark ich es noch nie verspürt,
nicht fassen, was nur Dir gebührt.

Es wächst die Sehnsucht,
es wächst Gefühl.
Es wächst das Verlangen -
chaotisches Gewühl.

So muß es auch sonst gewesen sein,
wenn Du da bist,
dieser Schmerz,
war nie so unbeschadet rein.

Doch war auch Sehnsucht,
doch war auch Gefühl.
Es war auch Verlangen -
permanent das Gewühl.

Oktober, 1998 für Anke S.


DERZEIT BEI MIR

Derzeit beschäftigt mich nur ein Gedanke.
Nur ein Gedanke beschäftigt mich derzeit.

Nur eines bringt mich in Gedanken.
In Gedanken bringt mich eines nur.

Es läßt und läßt nicht los.
Nicht los, nicht los es läßt.

Nicht mehr los.
Los nicht mehr.

Bleibe bei mir.
Bleibe hier.

Bloß hier.
Bei mir.

Oktober, 1998 für Anke S.


DAS WARTEN AUF MORGEN

Die Rosen lassen die Köpfe hängen,
die Nacht erfüllt von dunklen Gesängen.

Der Mond,
er könnte spenden Licht -
man sucht vergebens sein Gesicht.

Wann hat dieses Trauerspiel ein Ende ?
Wann kann ich wieder fassen schützende Hände ?

Wann blühen die Blüten wieder in voller Kraft ?
Wann kehrt zurück die Leidenschaft ?

Wann halte ich Dich wieder in meinen Armen ?
Wann kann ich Dir wieder schönste Dinge sagen ?

Wann wache ich auf nach der Nacht ?
Wann kann ich Dich wecken sacht um sacht ?

Laß` uns nur warten, nicht mehr weit,
die Sonne schenkt uns wieder Herrlichkeit.

Die Sonne,
nur sie wird mir spenden ein magisches Licht -
nie werde vergessen Dein süßes Gesicht.

November, 1998 für Anke S.


EISZEIT

Träge geht alles von statten,
man sucht vergebens nach Elan.
Fade scheint alles zu schmecken,
den Geschmack verloren, Gott weiß wo.

Tief in sich gesunken man schreitet,
um sich herum nur Leere pur.
Gedanken schweifen so prachtvoll,
erhobenen Hauptes immerzu.

Euphorisch es manchmal sich zeigt,
nach vorne man dann weiterblickt.
Himmlische Momente nach Eiszeit,
nur festhalten, das geht halt nicht.

So lebe ich von nur den Gedanken,
die mich leiten zu Dir geradezu.
Sie bereiten mir just diese Momente,
die ich brauche, oh ja so verdammt.

Mai, 1999 für Anke S.


MELAPATHIE

Melancholie! Melancholie!
Oft ausgesprochen,
eine sanfte Melodie.

Apathisch! Apathisch!
Auf Dauer gesehen,
doch eher was komisch.

Melancholisch! Melancholisch!
Gereiht aneinander,
wirklich so sympathisch?

Apathie! Apathie!
Klingt nicht so gesund,
daran sterben wohl nie.

1999


1999 Sascha E. Gaul
All poems written by Sascha E. Gaul
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