Otto Lenk





Manchmal

besteht meine Seele
aus Anti-Materie
Das schwarze Seelenloch
verschluckt alles Licht
ins "Nichts"
In dieser Dunkelheit
finde ich meinen Ursprung
Dort treibend
im Weltenseelenraum
werde ich Licht
Denn ohne Licht könnte ich
nicht existieren

Aber ohne die Dunkelheit
wäre das Licht "Nichts"


© 2001 Otto Lenk




Maskenbild(n)er

Sitzend
auf einer der Weggablungen
meines lebendiggeträumten
Schattenweges
wartend
auf den Maskenbildner

Male Maskenmeister
mir den Ausdruck
des lebendigen Eindrucks

auszudrücken

Wie ich (er)scheinen soll
darstellender Künstler
im Schein des "Seins"

Male Maskenmeister
meine unwirkliche
Wirklichkeit
damit ich sehe

Ja! Gut!! Meister!!!
Das bin ich!
Ein Schatten meiner

"Selbst"!


© 2001 Otto Lenk




Erzähl mir von Dir

Erzähl mir von Dir
Ich liebe dich so sehr
Zeig mir deine Seele
Laß mich in dich hineinkriechen
jeden Winkel deiner Seele erforschen
SPRACH ER

Damit
Wenn deine Seele friert
Du durch die tiefsten Täler deines Ich´s
wanderst
Ich gleich
Bei dir sein kann
An deiner Seite
Um dich aufzufangen
bevor Du dich in der Dunkelheit verirrst
DACHTE ER

© 2001 Otto Lenk




Pankow-Lichtenrade

Zwischenstationen
S-Bahn-Leben
Sie sitzen auf leeren Bänken
Füllen den Platz mit Leere aus
Geister in leeren Körpern
Körper vom Geist verlassen
Ihre Gesichter gleichen dem Leben
dass an Ihnen vorbeihastet
Ausgesaugt
Entfremdet
Was suchen sie hier?
Stationen ihres Lebens?
In fremden Gesichtern
Ihre Leere hat sich nach außen gekehrt
Man kann sie lesen
Tote Ausdrücke
Sie machen mir Angst
Ich erkenne diese Gesichter
Sie wohnen in mir
Habe meine Stationen nach innen gekehrt
VERLASSENE STATIONEN
NÄCHSTE STATION
ENDSTATIONEN
NEUE STATIONEN
Immer wieder
In mir
Was macht mir Angst?
Ich werde niemals einen Blick ins "Ich"
zulassen
Ich bin doch kein

PENNER

© 2001 Otto Lenk




Ohne Worte bist Du

Meine Liebe zu Dir in Worte zu kleiden.......
als wollte ich meine Liebe zu den Sternen erklären
sie sind so unendlich weit weg und doch nah
ihr Glanz ist unveränderlich
und doch immer wieder
ein neues
noch nie gesehenes Wunder
In dieses Strahlen einzutauchen, bedeutet eins zu sein
mit dem Universum
Licht in der Dunkelheit
Sie verschenken sich
Verlangen nichts
Wenn ich sie beobachte, werde ich neugierig
Immer wieder neue Fragen!
Neue Antworten!
Meine Sterne sind ein Rätsel
Bewegen mich
Bringen mir Erleuchtung
Sind Ruhepunkt meiner Seele
Ansporn für das Ungedachte
Führen mich in die Fremde, nach Hause
Sind immer für mich da
Ewiglich
Ohne Worte bist Du

Die Liebe zu beschreiben. Welch ein hilfloses unterfangen. Liebe spielt sich
zwischen allen Wörtern ab. Das macht sie aus. Diese wortlose Schönheit.
Gefühlsuniversum. Ich werde nie die Worte für sie, für Dich, finden.
Vielleicht findest Du dich zwischen den Zeilen wieder. Kennst ja das Ungelesene
in mir. Dort finden wir uns.
In deinem, meinem, unserem unbeschreiblichen Universum.
Jenseits der Worte. Und
allem, was zwischen den Welten steht.

was bleibt kleine Sternschnuppe
eines Tages werde ich dich einfangen
anschauen und wieder fliegen lassen
damit du mich wieder einfangen kannst
immer wieder

Gewidmet meiner Frau Uschi.

© 2001 Otto Lenk





GastautorInnen bei "wortgetreu"