Iris Pugatschov
www.sternennacht.com



HAIKU

Diamantengleich und
scheinbar unendlich entfernt
schimmern die Sterne


Laue Sommernacht
Katzenaugen blitzen auf
Jäger im Dunkeln


Tausende Blätter
Rauhreifbedeckt - rotgolden
die erste Frostnacht


Weiße Kirschblüten
im Mondschein sanft zu Boden
fallend - Nachtbrise


Tautropfen glitzern
auf sommerlicher Wiese
im Sonnenaufgang


Herbststurm treibt Wolken
über schwarzen Nachthimmel
am Vollmond vorbei


Glühender Wind
drachengleich Sand aufwirbelnd
Staubige Sonne


Mondlose Nächte
atemlose Dunkelheit
leise fällt der Schnee


* * *


Gedichte


SONNE

In mir
die Sonne
Wie eine
unerschöpfliche Quelle
sprudelnd
pulsierend
größer und weiter werdend

Fühle mich
unangreifbar
stark
Sonne unter Sonnen
die
einander Kraft gebend
miteinander
sich verbinden

In mir
eine Sonne
Reine Energie
Abstrahlend



GEHEN

Es ist so schwer
dich zu verlassen
Sei's auch nur
für Tage
oder Stunden

Ich schaff' es
kaum
nur mit Mühe
mich von deiner
Gegenwart
zu lösen

Vermiss' dich schon
kaum
daß du die Tür
hinter dir schließt



THE SKY IS THE LIMIT

Laß mich deine Sonne sein
wenn sonst
Nichts Helles mehr
in deinem Bewußtsein ist

Laß mich dein Mond sein
wenn alle
Deine Gefühle
brach liegen

Laß mich wie das Bild
eines funkelnden
Sternenhimmels sein
wenn dir alles sonst
ohne Glanz erscheint



UNERTRÄGLICH

Tage wie dieser
undurchdringlich
gegen unsichtbare
Mauern laufend

Tage wie dieser
Blicke wie Dolche
in Fallstricke
stolpernd

Tage wie dieser
im Nebel nach Wegen suchend
unweigerlich
in Gruben fallend

Tage
wie dieser
an deren Ende
nur noch ein Fragezeichen steht



FEUER

Freude
in meinen Augen
zu
Asche verbrannt

Ist es mein
eigenes Feuer?

Oder
ist es Feuer
von Dir
das die Freude zu Asche
werden ließ
Feuer
das man benutzt
um ein anderes
zu begrenzen ?




GastautorInnen bei "wortgetreu"