Franz Lohbusch



Spuren im Sand

Du nimmst sie wahr
sie sind in regelmässigen Abständen
im Sand gezeichnet
Fussabdrücke, für wahr ein Mensch
doch ohne Gestalt
vielleicht hast du ihn
nur für Minuten verpasst.
Fantasie zeichnet nach
lässt einen Körper erscheinen
groß und schlank
doch ohne Gesicht
So suchst du ziellos
läufst hinterher
doch die Spuren verlieren sich schliesslich
in der Unendlichkeit des Wassers.



Griechische Sage

Seltsam Erinnerungen
an fern, vergangene Zeiten
wo die Pferde noch am
Himmel flogen
die Erde Heimat der Kinder war
und der Mensch lebte und
mehr wurde
als nur alt.
Jetzt sind Kerker geschaffen
in denen alle Träume gefangen
das Lachen wird zur Revolution.
Die Pferde stürzen vom
Himmel
das heute gilt nicht mehr.
Seltsame Erinnerungen,
seltsame wundersame Dinge
sterben den langsamen
Tod der Zeit



Stunden

in Wolken eingehüllt
das Schreien der Nächte
ein Traum der Vergangenheit
Gedanken im nachhinein
Und der Wind
den Vogel trägt
in Minuten
vergehen die Tage



Der Berg

Groß ist der Berg
wenn die Ziege
ihn vom Tal aus
erblickt.
Klein ist der Berg
Hat sie den Gipfel erreicht




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