Elmar Woelm
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Gedichte


IHR SEID SO SCHÖN

Ihr seid so schön -
all ihr Häßlichen und Ungeliebten.

Wer hat dir gesagt,
wem hast du geglaubt?
Wer konnte dich, du wunderbares Wesen
soweit bringen,
deine Schönheit zu verneinen?

All ihr Einsamen der Erde
Wisset, daß ihr nicht alleine seid!
Wag zu leiden,
wag zu schreien,
wag zu fühlen deine Qual.

Schau dich um,
ja, schau dich um!
Und laß los von der Verneinung,
Verleugnung des, was wirklich ist.

Warum nimmst du dir zum Maße,
die nicht fühlen,
so wie du?
Du bist so schön...

Oh, ihr Menschen, die ihr leidet -
wißt ihr was euch wirklich fehlt?

Eingesperrt in Irrenhäuser,
beurteilt von Dummen, verleumdet, gemobbt.
Verlacht, verspottet, gescholten, gefoppt.
Gequält, gefoltert, im Feuer verbrannt...

Niemand will die Wahrheit sehn -
selbst in diesem freien Land.

Und nun schrei, erlaub die Tränen,
die so lange warten mußten,
sieh die Qual in diesem Plan.
Fühl die vielen, die hier leiden
Und die vielen, die nicht sehn...
Hör, wie unsre Erde ächzt!

Brecht die harte Schale auf!
Laßt die Herzen endlich bluten,
denn sie sehnen sich danach,
eure Schönheit zu befluten.



MELODIE AM ABEND
meiner Frau

Welche Weisen klingen singend
abendhell in dieser Nacht?
Sanft von Herz zu Herz sich schwingend,
dass die ganze Welt erwacht.

Duft von Rosen hebt sich leise
mit dem Sternenglanz empor,
legt die Hand auf meine Reise
führt mich weiter als zuvor.

Oh, der Schmerz in meinem Herzen -
Mutter deiner Liebe Licht,
ist der schlimmste aller Schmerzen....
noch fasst's meine Seele nicht.

Möchte schützen, möchte helfen,
was die ganze Welt gebar;
all die Jungen, all die Alten,
alles das, was wird und war.

All das Sehnen, all das Streben
in dem Schrei nach Wiederkehr,
alles das wofür wir leben
brennt in Gottes Lichtermeer.



SPRECHT ZU MIR

Ja, hier steh ich, sprecht zu mir !
Sprecht zu mir Sterne und Mond,
sprecht zu mir, ihr Bäume im Wind,
sprecht zu mir, ihr Blumen am Grund.
Gräser, Sträucher, Farne, Moos -
Erde, Steine, Berg und Tal -
Regen, Sonne, Meer und Fluß !

Lausche ich mit offnem Herzen,
eure Botschaft aufzunehmen.
Altes Wissen, lang verborgen:
schenkt es mir, so will ich sorgen,
daß es aller Welt zum Lichte
werden soll bis tief ins All.

Unsre Erde, Stern des Lebens,
dient so allem, all in all.




GastautorInnen bei "wortgetreu"